Im Labyrinth der Buchstaben – Mein Leben als Leserin

[In my Mailbox] #1

Posted in In my Mailbox by sternenwanderer on August 22, 2010

Initiiert und durchgeführt durch und bei The Story Siren, gefunden bei Holly und Stefanie Emmy.

Zwei amazon.de-Bestellungen sind bei mir eingetroffen, beide seit einiger Zeit schon auf meiner Wunschliste sich befindend, beide bereits innerhalb weniger Tage gelesen.

Lisa Schroeder – I Heart You, You Haunt Me
Girl meets boy.
Girl loses boy.
Girl gets boy back…
…sort of.

Ava can’t see him or touch him, unless she’s dreaming. She can’t hear hisvoice, except for the faint whispers in her mind. Most would think she’s crazy, but she knows he’s here.
Jackson. The boy Ava thought she’d spend the rest of her life with. He’s back from the dead, as proof that love truly knows no bounds. (entnommen: Simon & Schuster)

Und:

Elizabeth Scott -Love You Hate You Miss You

It’s been seventy-five days, and Amy still doesn’t know how she can possibly exist without her best friend, Julia—especially since it’s her fault that Julia’s dead. When her shrink tells her it would be a good idea to start a diary, Amy starts writing letters to Julia instead. But as she writes letter after letter, she begins to realize that the past wasn’t as perfect as she thought it was—and the present deserves a chance, too. (entnommen: Harper Teen)

Das Buch erwies sich als Glücksgriff; eigentlich nur ausgewählt, weil es eine Young-Adult-Novel ist, daher sprachlich weniger anspruchsvoll (Ich gestehe, ich war voreingenommen.) und die Inhaltsangabe mich auch angesprochen hat. Ich hatte es nur zwei Minuten in der Hand, wollte mich reinlesen und habe es dann innerhalb von sechs Stunden ausgelesen. Amy ist eine sehr ambivalente Figur, die ihre Umfeld, ihre Realität anfängt wahrzunehmen – ohne vom Alkohol oder ihrem Freundeskreis abgelenkt zu werden. Hass, Enttäuschung, Frustration, aber Lebensfreunde und Liebe, all das lässt sich in diesem Roman finden; der Stil wusste mich so mitzureißen, die Beschreibungen und Metaphern sind einfach treffend und wissen auch eine feine Ironie auszudrücken: „All around us, the air smelled like burned rubber and cracked metal, and my cigarette still glowed as the world ended.“ oder „Mine [She speaks about her hair.] is short and the color red leaves are right before they rot.“

~*~*~

Des weiteren wäre eine direkte Verlagsbestellung zu vermelden: Im Jahr 2009 hatte ich mit großem Vergnügen Julya Rabinovichs „spaltkopf“ gelesen (Rezension bei Leselustfrust, der ich mich ausnahmslos anschließen kann.) und damit als neuen Verlag die Edition Exil getestet (Vereinsseite).
Demletzt habe ich mich durch die Autorenliste gelesen und dabei fiel mir dieses Buch (Seher Çakır – Zitronenkuchen für die 56. Frau. Kurzgeschichten) ins Auge, was mich (allein der Titel macht neugierig) vor allem von der inhaltlichen Vorstellung her sehr überzeugt hat.

Die 113 Seiten haben sich sehr schnell lesen lassen, der Stil ist nicht anspruchsvoll, teilweise sehr salopp-schnoddrig. Nur zwei, vielleicht drei Texte wussten mich zu überzeugen, die restlichen haben bei mir keine Emotionen ausgelöst, weder hat mich der Inhalt noch die Aufbereitung von diesem angesprochen. Den Figuren fehlte teilweise ein emotionales Kostüm, sie wirkten austauschbar und es fiel sehr schwer zu ihnen einen emotionalen Bezug herzustellen. Und nein, es lag nicht allein an der Länge, offensichtlich fiel es der Autorin sehr schwer ihre Ideen und damit auch ihre Arbeiten zu strukturieren und auszugestalten. Das Spiel mit Klischees und deren Aufbruch (auch, wenn ich diesen nur selten beobachten konnte, aber das mag eine Frage dessen sein, was man als Klischee anerkennt) wurde stilistisch und thematisch auch nur selten überzeugend vorgetragen, bis hin zu Peinlichkeiten, die man als Humor verkaufen möchte (So eine Kurzgeschichte, in der eine junge Frau einen traditionellen Weg wählt, Geschlchtsverkehr erst nach der Hochzeit durchzuführen und dann bei einem Frauenarzt erfährt, dass sie aus anatomischen Gründen kein Hymen zu verlieren habe, ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei einer solchen Entscheidung nicht um die Frage der sexuellen Entsagung geht, sondern um eine Frage von Tradition und konservativen Rollenvorstellungen).

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Am Freitag habe ich dann einen Stadtbummel unternommen und kam beim Thalia vorbei – der einen Mängel-Exemplar-Tisch aufgestellt hatte, wo ich sehr fündig geworden bin.

Agota Kristof – Die Analphabetin. Autobiographische Erzählung (2004/2005)
Nach einer positiven Besprechung von „Irgendwo. Nouvelles“ (OT: C’est égal, 2005) bei den Büchereulen befanden sich einige Bücher der Autorin auf meiner Wunschliste. Nur 75 Seiten lang, Schriftgröße 14, innerhalb von 1 1/2 Stunden ausgelesen und ich muss sagen: Es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Viele Rezensenten heben die Tatsache hervor, dass die ungarisch-schweizerische Autorin es auf so wenigen Seiten schafft, eine Lebensbeschreibung abzugeben, sie selbst betont nur Lebensstationen zu beschreiben, nicht mehr und nicht weniger. Stilistisch keine Neuentdeckung, kühl-distanziert, sehr sachlich.

Alessandro Baricco – Novecento. Die Legende vom Ozeanpianisten (1994/1999)

Über „Ohne Blut“ (OT: Senza Sangue, 2002) des gleichen Autors habe ich damals folgendes notiert: „Dieses Büchlein glänzt durch eine schöne, dennoch sehr einfache Sprache. Keine Verschachtlungen, wenig Stuckatur, wenig Zierendes. Die bloße Geschichte wird einem präsentiert, und obwohl nur wenig zu den Charakteren gesagt wird, so scheint es, weiß man doch mehr über sie, als einem wirklich lieb ist.“ (Rezension) – Danach geriet der Autor ein wenig in den Hintegrund, wurde aber nicht vergessen. Dieses Büchlein habe ich dann für 1,50 Euro erwerben können und es wartet darauf gelesen zu werden.)

Elia Barceló – Das Rätsel der Masken (2004/2006)

Seitdem ich einmal über die Piper-Homepage gesurft bin (eigentlich auf der Suche nach spannenden Biografien…), befindet sich das Buch der spanischen Autorin (OT: Disfraces terribles) auf meiner Wunschliste.

J. R. Moehringer – Tender Bar (2005/2007)

In der BÜCHER-Ausgabe 02/2007 bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und seitdem steht es auf der Wunschliste. Zwischendurch ist zwar die Taschenbuchausgabe erschienen, auch einige sehr positive Besprechungen (Literaturwelt | Literaturzeitschrift), nur der letzte Kaufanreiz fehlte. Jetzt wanderte es einfach mit und liegt auf meinem Nachttisch bereit.)

Mark Dunn – Nollops Vermächtnis (2001/2004)

Dieses Buch (OT: Ella Minnow Pea) ist vor Jahren in einem Forenposting zum Thema „Bücher über Bücher, Bücher über die Sprache“ vorgestellt worden und wanderte auf die Wunschliste, mit dem traurigen Ergebnis, dass es seit letztem Jahr als vergriffen bei amazon.de (Link – Was seltsamerweise nur auf die Taschenbuchausgabe zuzutreffen scheint, die Hardcover-Ausgabe befindet sich nach wie vor im Sortiment… (Link)) geführt wird. Und dann habe ich es, voller Freude auf eben jenem Tisch wiedergefunden. Die ersten zwei Kapitel bzw. Briefe habe ich gelesen und frage mich jetzt bereits, wie man dieses Buch ohne Probleme hat übersetzen können. Wirklich eine Glanzleistung!

Lingyuan Luo – Nachtschwimmen im Rhein. Erzählungen (2008)

Nachdem ich im Jahr 2008 Xiaolu Guos „Kleines Wörterbuch für Liebende“ gelesen hatte, wanderten so einige chinesische Autorinnen und Autoren zum Testen auf meine Wunschliste, u.a. auch diese Autorin bzw. dieses Buch, nachdem ich dafür einen Werbebanner auf der dtv-Seite gesehen hatte.

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4 Antworten

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  1. Cassandra said, on August 22, 2010 at 6:50 am

    Lisa Schroeder and Elizabeth Scott! You have great reading on your hands there. 🙂 Enjoy!

    I’ve only received 3 books over these few weeks…

    • sternenwanderer said, on August 22, 2010 at 7:38 am

      I commented on both books in German in my posting before, because I’ve already read them over the past week ;=) My favorite would be the novel written by Elizabeth Scott; I like Amy, I like the story of her way finding answers for questions like „Why did my best friend have to die? Why I am so angry at her? And why at myself?“ Her character is described so ambivalent. On the one hand very angry, sad and depressed. But on the other hand selfish, arrogant, cruel sometimes, but very reflective. The way Elizabeth Scott describes the life of the main protagonist – her fights, her feelings and thoughts … I could identify myself so much with Amy, just as well as with Patrick or Beth.

      In another book, I read the sentence „It sucks to be a teenager. Why? Because every adult have forgotten how it is to be one.“ I don’t think they’ve forgotten everything, only how it feels when nobody sees you, respects you, see you only as a child, as a girl or boy, not as a human being. And I think that’s a major theme in all of Elizabeth Scott’s writing.

      I hope my English isn’t so bad as I think it is … ;=)

  2. Nina said, on August 22, 2010 at 12:11 pm

    Great books. I only have read Lisa Schroeder – I Heart You, You Haunt Me of the books you got and it was okay. Hope you will adore it. 😛

    Happy reading.

  3. E.J. Stevens said, on August 22, 2010 at 1:35 pm

    Great mailbox! My IMM Birthday Edition is here.

    xx,
    E.J
    From the Shadows


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